So sticht der Widerrufsjoker bei Leasingverträgen

Verbraucher, die einen Leasingvertrag abgeschlossen haben, können den Vertrag in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Aus dem 14-tägigen Widerrufsrecht kann aber bei Leasingverträgen, die nach dem 12. Juni 2014 geschlossen wurden, auch ein sog. ewiges Widerrufsrecht werden, wenn der Leasinggeber fehlerhafte oder unvollständige Angaben in der Widerrufsbelehrung gemacht hat. Folge der fehlerhaften Angaben ist, dass die Widerrufsfrist nie in Lauf gesetzt wurde und der Vertrag deshalb noch Jahre nach Abschluss widerruf ist.

Typische Fehler, die den späteren Widerruf eines Leasingvertrags ermöglichen, sind beispielsweise, dass die Widerrufsbelehrung einen Kaskadenverweis enthält, mit dem auf Pflichtangaben gemäß § 492 Absatz 2 BGB hingewiesen wird. Auch die Angabe, dass im Falle des Widerrufs für die Zeit zwischen Übergabe und Rückgabe des Fahrzeugs Zinsen zu entrichten sind, ist falsch und ermöglicht den Widerruf. Eine weitere unzulässige Klausel, die den Widerruf ermöglicht, betrifft das Aufrechnungsverbot. Die Klausel besagt, dass der Kunde Forderungen gegenüber dem Leasinggeber nur insoweit aufrechnen darf, als seine Forderungen unbestritten und rechtskräftig festgestellt sind. Da eine solche Klausel geeignet ist, den Verbraucher von der Ausübung seines Widerrufsrechts abzuhalten, ist sie unzulässig und ermöglicht den Widerruf.