Widerruf möglich, wenn Leasingvertrag im Fernabsatzgeschäft abgeschlossen wurde

Der Widerruf eines Leasingvertrags ist möglich, wenn er ausschließlich im Wege des Fernabsatzes zu Stande gekommen ist. Fernabsatz bedeutet hier, dass der Vertrag abgeschlossen wurde, ohne dass es zu einem persönlichen Kontakt zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer gekommen ist. Das ist bei Leasingverträgen durchaus üblich, da der Leasingvertrag häufig von einem Mitarbeiter des Autohauses angeboten wird und nicht von einem Vermittler der Leasinggesellschaft. Dann steht dem Leasinggeber das Widerrufsrecht nach § 312g BGB zu.

Ein Widerrufsrecht nach § 506 BGB hat der BGH mit Urteil vom 24. Februar 2021 bei einem Kilometerleasingvertrag allerdings verneint (Az.: VIII 36/20). Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Leasingverträge und nicht die Verträge, die im Wege des Fernabsatzes geschlossen wurden. Ebenfalls nicht betroffen sind die selteneren Restwert-Leasingverträge.